Davoser Bürgerkomitee gegen Wohnungsstillstand

Küche von 
1972, 
Miete von 
2030?

Das revidierte Zweitwohnungsgesetz baut keine einzige Wohnung. Wer ein Mietshaus erneuert, muss die Hälfte der Fläche im Grundbuch sperren lassen oder die Gemeinde auskaufen. Also erneuert niemand. Die Küche bleibt alt, die Miete steigt trotzdem, weil in Davos nichts Neues entsteht.

Das revidierte Zweitwohnungsgesetz baut keine einzige Wohnung. Wer ein Mietshaus erneuert, muss die Hälfte der Fläche im Grundbuch sperren lassen oder die Gemeinde auskaufen. Also erneuert niemand. Die Küche bleibt alt, die Miete steigt trotzdem, weil in Davos nichts Neues entsteht.

Für Familien

Zweites Kind 2027, drittes Zimmer 2035?

Familien wachsen, Wohnungen nicht. Das revidierte Zweitwohnungsgesetz baut keine Wohnung und friert die alten Häuser ein. Wer in Davos eine grössere Wohnung braucht, wartet oder zieht ins Tal. Die Gemeinde zählt heute 0,1 Prozent leere Wohnungen. Das Gesetz macht daraus nicht mehr.

Davoser Bürgerkomitee gegen Wohnungsstillstand

Für Junge und ihre Eltern

In Davos aufgewachsen, im Prättigau gelandet?

Wer in Davos keine Wohnung findet, pendelt. Die Zahl der Zupendler steigt seit Jahren, das sagt die Gemeinde selbst. Das revidierte Zweitwohnungsgesetz ändert daran nichts: Es baut keine Wohnung, es verhindert welche. Die nächste Generation Davoser wohnt dann im Tal.

Davoser Bürgerkomitee gegen Wohnungsstillstand

Für alle, die eine Wohnung suchen

Wohin ziehst du, wenn niemand auszieht?

Eine Wohnung wird frei, wenn jemand in eine neue zieht. Wird in Davos nicht mehr gebaut und erneuert, zieht niemand um, und nichts wird frei. Genau das bewirkt das revidierte Zweitwohnungsgesetz. Der Kanton warnt vor Stillstand an Investitionen.

Davoser Bürgerkomitee gegen Wohnungsstillstand

Für Eigentümerinnen und Eigentümer

Deine neue bessere Hälfte: der Landrat?

Wer in Davos ein Mietshaus erneuert oder in Stockwerkeigentum aufteilt, bekommt einen Partner, den er nie gewählt hat. Über die Hälfte der Wohnfläche bestimmt künftig die Gemeinde, wer einziehen darf, eingetragen im Grundbuch, ohne Entschädigung, ohne Befristung. Der neue Partner zahlt nichts ein und trägt kein Risiko. Scheidung gibt es nur für einen Viertel: gegen 4'500 Franken pro Quadratmeter an die Gemeinde. Mit diesem Geld kauft der Landrat selber Häuser.

Davoser Bürgerkomitee gegen Wohnungsstillstand

Die Wohnungsnot in Davos ist real. Das Gesetz ist das falsche Mittel.

Sechs Gründe, warum

Argumente

Sechs Gründe für ein Nein.

Alles, was hier steht, stammt aus der Vorlage des Kleinen Landrats, aus demPrüfbericht 
des Kantons oder aus Basel und Zürich. Die Quelle steht jeweils dabei.

50 %

der bisherigen Wohnfläche gehen ins Grundbuch

Mieter

Alt bleibt alt.

Wer ein Mietshaus mit vier und mehr Wohnungen erneuert, muss die Hälfte der Fläche als Erstwohnraum ins Grundbuch eintragen lassen. Ohne Entschädigung, ohne Befristung. Wer nur flickt, muss nichts. Also wird geflickt statt erneuert: Die Küche von 1972 bleibt, der Mietzins steigt trotzdem, weil nichts Neues entsteht. Dazu streicht Davos für Mehrfamilienhäuser die 30 Prozent mehr Fläche, die der Bund bei Ersatzbauten seit 2024 erlaubt. Der Kanton rechnet vor, dass so «kaum neue Wohnungen hinzugebaut» würden.

Quelle: Art. 11a Abs. 2 und 4 GZWD (Vorlage vom 9. Juni 2026); Vorprüfungsbericht ARE Graubünden 
vom 20. Oktober 2025, S. 6

CHF 4'500

pro Quadratmeter, fällig bei Baubeginn

Freikauf

Teurer bauen, teurer wohnen.

Eine der beiden Erstwohnungen kann der Eigentümer zurückholen: für 4'500 Franken pro Quadratmeter an die Gemeinde, fällig mit Baubeginn. Vorher darf kein Bagger fahren. Bei 100 Quadratmetern sind das 450'000 Franken, ein Ablass gegen bar. Dieses Geld baut keinen einzigen Quadratmeter, es macht nur den Bau teurer. Und was ein Haus kostet, zahlen am Ende die, die darin wohnen. In der kantonalen Vorprüfung standen noch 2'000 Franken. Der «Kompromiss» mit dem Initiativkomitee hat den Preis mehr als verdoppelt.

Quelle: Art. 11b Abs. 2 und Art. 11c Abs. 1 und 3 GZWD; Antrag des Kleinen Landrats vom 9. Juni 2026, Ziff. 2.2

«Stillstand»

schreibt das Amt für Raumentwicklung Graubünden in die Akten

Kanton

Der Kanton rät zur Zurückhaltung.

Das Amt für Raumentwicklung hat die Vorlage geprüft und fragt sich, ob «eher ein Stillstand an Investitionen und zweckmässiger Verdichtung entstehen wird». Die Norm sei «überladen und teilweise unklar», eine Genehmigung könne «nicht vorbehaltlos in Aussicht gestellt werden». Mit Eingriffen in den Bestand sei «zurückhaltend umzugehen», andere Wege seien «rechtlich unproblematischer und damit zielführender»: Bauland mobilisieren, aufzonen, eine Zweitwohnungssteuer wie in Silvaplana. Die Antwort der Gemeinde: 4'500 statt 2'000 Franken und das ganze Gemeindegebiet statt der Zentrumszonen.

Quelle: Vorprüfungsbericht ARE Graubünden vom 20. Oktober 2025, S. 4, 8, 9, 10 f.; Antrag des Kleinen Landrats, Ziff. 2.2

ab 4

Wohnungen gilt die Regel, im ganzen Gemeindegebiet

Eigentümer

Halber Herr im eigenen Haus.

Nach der Erneuerung gehören alle vier Wohnungen weiterhin dem Eigentümer. Nur bestimmt bei zweien nicht mehr er, wer einziehen darf, sondern die Gemeinde: Wohnsitz oder Arbeitsort in Davos, kontrolliert, im Grundbuch angemerkt, unbefristet. Das greift sogar ohne einen einzigen Handgriff am Haus, sobald Stockwerkeigentum begründet wird. Diesen Eingriff ins Eigentum nennt der Kanton «rechtlich sehr problematisch».

Quelle: Art. 11a Abs. 1 und 6 GZWD; Vorprüfungsbericht ARE, S. 6

CHF 152 Mio.

bräuchte der Fördertopf für die 1'520 Wohnungen, 
die laut Gemeinde fehlen

Fördertopf

Ein Topf, der leer bleibt.

So stellt sich die Gemeinde das vor: Wer ein Mietshaus erneuert und sich freikauft, zahlt in einen Topf. Mit dem Geld aus diesem Topf hilft die Gemeinde, preisgünstige Wohnungen für Einheimische zu bauen. Klingt gut. Nur kommt Geld in den Topf, wenn jemand erneuert. Und genau das wird mit dem neuen Gesetz seltener, davor warnt sogar der Kanton. Dazu braucht es sehr viel Geld: Bisher hat die Gemeinde jede geförderte Wohnung mit rund 100'000 Franken unterstützt. Für 1'520 Wohnungen wären das 152 Millionen Franken. So viel kommt nur zusammen, wenn rund 340 Mietshäuser wie im Rechenbeispiel erneuert werden und jedes Mal 450'000 Franken Freikauf fliessen. Ein Gesetz, das Erneuerungen bremst, füllt diesen Topf nie.

Quelle: Antrag des Kleinen Landrats, Ziff. 1, 5.4 und 6.5; Art. 11d GZWD; Vorprüfungsbericht ARE, S. 4; Rechnung: 1'520 × CHF 100'000 = CHF 152 Mio.; ÷ CHF 450'000 Freikauf pro Haus (vier Wohnungen à 100 m²) = 338 Häuse

1'074 → 105

Wohnungen in Basler Baugesuchen: 2018 gegenüber 2025, minus 80 Prozent seit dem Wohnschutz

Basel und Zürich

Basel hat es vorgemacht.

Basel-Stadt schützt seit 2022 Wohnungen per Verordnung. Seither bricht die Bautätigkeit ein: 2018 reichten Basler Bauherren noch Gesuche für 1'074 Wohnungen ein, 2025 waren es Gesuche für 105. Minus 80 Prozent seit dem Wohnschutz, rechnet der Immobilienverband SVIT vor. Die eigene Regierung stellt fest: «Seit Inkrafttreten hat die Sanierungstätigkeit deutlich abgenommen und liegt auf einem tieferen Niveau als in den Jahren 2018–2020.» Und
lockert die Regeln wieder. Der Kanton Zürich hat die Lektion verstanden und im Juni 2026 eine Wohnschutz-Initiative mit 57,3 Prozent abgelehnt. Davos soll nun einführen, was Basel zurückbaut.

Quelle: VIT Schweiz, Studie «Basel: from bad to worse» vom 4. Mai 2026 (Wohnungen in eingereichten Baugesuchen); Regierungsrat Basel-Stadt, Medienmitteilung vom 23. Juni 2025; Keystone-SDA vom 14. Juni 2026

Beispiele aus der Schweiz

Was andere schon gelernt haben.

Basel zeigt seit 2022, wohin Wohnschutz per Verordnung führt: weniger Sanierungen, weniger Aufträge, am Ende lockert die Regierung selbst. Zürich hat daraus gelernt. Vier Meldungen zum Nachlesen.

Keystone-SDA 57,3 %Nein zur Wohnschutz-Initiative im Kanton Zürich
14. Juni 2026

Zürich lehnt Wohn- Initiativen ab und setzt auf Gegenvorschläge

Der Kanton Zürich sagt mit 57,3 Prozent Nein zur Wohnschutz-Initiative und mit 59,7 Prozent Nein zur Wohnungsinitiative. Angenommen werden die Gegenvorschläge: bessere Rahmenbedingungen für private Bauherren statt neuer Quoten.

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SRF 1 von 3Basler Handwerksbetrieben verliert über 20 Prozent Umsatz
8. Mai 2026

Wohnschutz-Dauerstreit in Basel: Schadet strenger Mieterschutz dem Gewerbe?

Vier Jahre nach Einführung des Wohnschutzes zieht der Basler Gewerbeverband Bilanz: Fast ein Drittel der Handwerksbetriebe verliert über 20 Prozent Umsatz, Lehrstellen wurden gestrichen, Mitarbeitende entlassen. Weniger
Sanierungen heisst weniger Aufträge.

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Regierungsrat Basel-Stadt 3 JahreWohnschutz, dann die Lockerung
23. Juni 2025

Regierungsrat revidiert bestehende Wohnraum­s chutz­verordnung

«Seit Inkrafttreten hat die Sanierungstätigkeit deutlich abgenommen und liegt auf einem tieferen Niveau als in den Jahren 2018 bis 2020.» Drei Jahre nach der Einführung lockert Basels Regierung ihre eigenen Regeln.

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SRF −80 %Anfragen für Wohnungs-sanierungen in Basel-Stadt
16. März 2024

Folgen des Wohnschutzgesetzes: Basler Regierung bemüht sich um Investorinnen und Bauherren

Zwei Jahre nach dem strengsten Wohnschutz der Deutschschweiz: Die Anfragen für Wohnungssanierungen sind
um 80 Prozent eingebrochen, sagt die Basler Kantonalbank vor über hundert Investoren. Grosse Eigentümer verzichten auf Renovationen, die Regierung muss um Bauherren werben.

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Komitee

Das Komitee: Davoserinnen und Davoser.

Mieterinnen, Handwerker, Familien, Vermieter. Leute, die wissen, was Stillstand heisst. Treten Sie bei, 
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2 Mitglieder
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Vorname N.Boss, Zug

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